Skateboard Geschichte Innsbruck

Der Versuch einer Chronologie der lokalen Entwicklung von Skateboarding

1979: Tiroler Skateboardclub
Das Innsbrucker Subkulturarchiv hat uns dieses Fundstück zugespielt. Bisher konnte noch nichts Näheres zum offensichtlich allerersten Skateboardverein in Innsbruck, dem “Tiroler Skateboardclub” herausgefunden werden – außer, dass er im Umfeld des Innsbrucker Jugendzentrums MK gegründet worden sein muss und dass dieses Schriftstück mit 1979 datiert ist. Demenstprechend muss es schon damals Rollbrett-Begeisterte im Herz der Alpen gegeben haben.

 


1988: Quarter Ramp am Landhausplatz

Der Landhausplatz, direkt im Zentrum Innsbrucks gelegen und nur ein paarmal im Jahr für offizielle Aufmärsche genutzt, bot sich der neuen Jugendszene als idealer Treffpunkt an. Laut Zeitzeugen soll diese Quarter Ramp – im Video noch ohne Belagplatten – ca. 1988 oder 1989 errichtet worden sein.


1990: Austrian Open Skateboard Championship

Outlook, DER damalige Skateboardvertrieb in Österreich, scheint diesen Contest seinerzeit veranstaltet zu haben. in den Ergebnislisten findet sich das Who-Is-Who der österreichischen Skateboardlegenden. Und auch die Innsbrucker waren stark vertreten - praktischerweise gut kenntlich gemacht durch ein Kreuzerl vor dem Namen :-)

 

Danke Markus Plankensteiner für die originalen Listen und den Artikel aus dem Monster Skateboard Magazin!


1991: Contest am Rathausplatz

1991: Contest am Rathausplatz

Bevor das Innsbrucker Rathaus zum Glaspalast mit Shops und Gastronomie umgebaut wurde, gab es dort einen großen Innenhof mit Parkplatz. Neben Autos standen des abends dort auch oft Gruppen von Jugendlichen herum, die ihren Genussmittelkonsum nicht auf Cafes und Bars beschränken wollten. Außerdem bot der Einfahrtsschranken dort auch die Messlatte für massiven Ollie-Pop (dokumentiert hat ihn nur Moritz Anzelini jemals bezwungen). Und es gab zumindest einmal auch einen Contest dort. Leider haben wir kein Bild und schon gar kein Videomaterial, aber die Ergebnisliste dokumentiert zumindest die Größen der lokalen Szene zu dieser Zeit.

 

Danke Sani Alibabic für das Aufbewahren der Ergebnisliste!


DIY in den Neunzigern

Skateparks gab es Anfang der 90er noch lange keine in Innsbruck und auch Street Spots gab es nicht unbedingt wie Sand am Meer. Was man jedoch praktisch unmöglich fand: Bezwingbare Handrails. Aber DIY gab es beim Skaten schon bevor sich dieser Ausdruck sehr viel später in der Szene etabliert hat.

 

An irgendeinem Wochenende zwischen 1991 und 1993 - genauer lässt sich der Zeitrum leider nicht mehr rekonstruieren - waren ein paar Jungs (aka. praktisch die gesamte Innsbrucker Skateszene zu jener Zeit) wie so oft im Gewerbegebiet im Osten der Stadt skaten. Einer der Spots dort war ein Wiesen-Gap von der Straße auf einen Parkplatz, an dem man seinen Mut beweisen konnte. An diesem Tag jedoch schlug der Erfindergeist zu.

 

Beim Überqueren der Autobahn-Zufahrt hatte man entdeckt, dass der Holzzaun, der die Fahrstreifen voneinander trennte, an einer Stelle gebrochen war. Flugs holte man von einem der Burschen eine alte, rostige Axt von zu Hause, trennte den Teil in mühevoller Kleinarbeit komplett ab und buddelte eine Holzstütze aus. Dieses "Baumaterial" trug man dann zu dem besagten Gap und nagelte das Ding mit einem schon dort befindlichen Pfosten zu einem Handrail Marke Eigenbau zusammen. Das Rail stand tatsächlich sogar mehrere Jahre dort. Welche Tricks dort gefallen sind, kann aktuell nicht belegt werden, Arthur Dautz jedenfalls hat einen Boardslide gemacht.


1994: Ein Rollen dringt durch die verbotene Straße

1994 gab es durch das Verbot am Landhausplatz Anfang der Neunziger schon ein paar Jahre keinen zentralen Spot. Skateboarding spielte sich auf der Straße, auf Firmengeländen und in Industriegebieten ab. Was die Jugendlichen von damals im Beitrag der Tiroler Tageszeitung noch beklagten, wünschen sich heute viele in verklärter Romantik zurück – die gute alte Zeit, als Skaten noch „rough“ war, als man sein halbes Leben auf der Straße verbrachte, im Clinch mit Passanten und Anwohnern, auf der Flucht vor der Polizei und beim Biertrinken mit Obdachlosen und als man mit Skateboarden noch rebellieren konnte.


1994: Endlich eine Heimat

Nach langem Spießrutenlauf der wenigen Aktiven im damaligen "Innsbrucker Skateboard Verein" stellte die Stadt Innsbruck der Skateszene einen Parkplatz zwischen Amraser Hallenbad und Rapoldipark zur Verfügung.  Eine schon länger unbenutzt zwischengelagerte Miniramp des Sporgeschäfts "Sport Spezial" wurde der Szene ebenfalls überlassen und in Eigenregie renoviert. Die restlichen Obstacles wurden von anderen Plätzen geschnorrt, selbst zusammengezimmert und von Baustellen "entliehen". Außeinandersetzungen mit Polizei (den als Spielplatz gewidmeten Platz durfte man offiziell nur bis 16 Jahre nutzen) und Jugendbanden standen auf der Tagesordnung. Aber auch das Ausleben jugendlichen Freiheitsdrangs war in dem recht versteckten Eck abseits von Passanten und Sicherheitsnormen wunderbar möglich. 


1994: Die Uni Stufen

Die drei Stufen direkt bei der Hauptuni gibt es immer noch, lange Zeit waren sie aber einer der Hauptspots in Innsbruck. Hier wurden einige Tricks zum erstem Mal Stufen hinunter gemacht, bevor man sich an höhere Hindernisse wagte. Wer ganz wild war, nahm den Gehsteig noch als Gap mit. Ums Eck gab es noch Mini.Bumps und eine Slappy-Curb (nur nannte sie damals niemand so).


1994: Contest im Rapoldi "Skatepark"

Der erste Contest im neuen Refugium der Innsbrucker Skateszene.

 

Fahrer: Miniramp - Andi Falschlunger, Tom Lechle, Horst Philipp, Michael Zeilinger, Ulli Hoschek; Street - Gregor Manert, Hannes Frontul, Jürgen Büttner, Bernd (?), Michi Kunz, Alex Kapfinger aka. "der Brixlegger", Mike Khalil, Andreas "Falschi" Falschlunger, Moritz Anzelini, Ulli Hoschek

 


1995: Frieren am Verladebahnhof

Jahrzehntelang gab es in der Winterzeit nur zwei Möglichkeiten, in Innsbruck zu skaten: In Tiefgaragen rollen und seine Lungen riskieren oder am Verladebahnhof, der zumindest überdacht war. Dieser Spot wurde auch an Regentagen genutzt und bot sogar einmal die Bühne für eine Elemtent/ Mad Circle Demo mit Andy Stone, Reese Forbes, Pepe Martinez und Ed Devera, die sonst ins Wasser gefallen wäre. Aus diversen Paletten, Verladerampen und Heckklappen von Lieferwagen wurden hier manchmal auch vorübergehende DIY-Skateparks gezaubert. In diesem Video sieht man allerdings weder besonder Obstacles noch besonderes Skaten - nur, dass geschneit hat und arschkalt war.


1995 oder 1996: Contest am Landhausplatz

Das Skaten war schon einige Jahre verboten auf Innsbrucks zentralem Spot. Aber eine private company durfte mit finanzieller Unterstützung einer großen Limonade-Firma dennoch einen Contest dort veranstalten. Die Obstacles waren gruselig, aber der Event fand dennoch regen Zulauf. Irgendjemand hat einen Teil der Qualifikation gefilmt, doch die 10 Minuten Material geben rein skateboard-technisch nicht viel her.  Aber die Atmosphäre kann man dennoch nachspüren, vor allem wenn man damals Teil der Skateszene war.


1996 (?): "Uprising"

Wann dieses Video genau entstanden ist, kann nicht mehr eruiert werden - eines ist klar: Die Fahrer, die dafür gegenseitig die VHS-Kamera ohne Fisheye aufeinander gerichtet haben, sind zurecht keine Videoproduzenten geworden. Ebenfalls klar macht das Video aber auch trotz wackeliger Optik, was für ein Untier am Skateboard Markus "Maggo" Mandl schon in jungen Jahren war.

 

Fahrer: Armin Nemati, Markus Mandl, Stefan Ebner


1996: ZIP6020 x 1996 x Skateboarding

Einige Protagonisten der kleinen, eingeschworenen Skateszene im Innsbruck der Mittneunziger. Legendäre Spots wie das Kongresshaus, die Polai-Stiegen oder der Verladebahnhof und selbstgebaute Obstacles im hart erstrittenen Rapoldipark gehörten damals ebenso zum Alltag wie dicke Hosen, Hip Hop und jede Menge Schabernack.

 

Fahrer: Stefan Ebner, Thomas Moser, Markus Mandl, Daniel Bader, Torben Krüger, Robert Liebl, Armin Nemati, Manuel Guggenberger, Matthias Türtscher, Michael Freinhofer


1998: Rough Vibes from Innsbrooklyn

Ende der Neunziger wollte die Innsbrucker Skatelegende Ulli Hoschek noch einmal richtig Gas geben, bevor er sich in den "Ruhestand als Hobby-Skater" zurückzog. Folglich hat er auch den Löwenanteil in diesem von ihm produzierten Video. Trotzdem fand sich Platz für einen Friends-Part mit Muki Rüstig, Daniel Wesenjak, Dominik Dietrich, Stefan Ebner, Moritz Anzelini, Mike Khalil, Tom "Noodle" Recheis and Maggo Auinger.

 

Die Schauplätze sind legändere Skateparks der Neunziger in Wörgl und Hall in Tirol, aber auch der damals relativ neu mit den für diese Zeit typischen blauen Plastikrampen bestückte Skatepark Innsbruck. Auch Street-Meilensteine finden sich, wie der Ollie von Moritz Anzelini über den Absperrschranken des Rathausplatzes und die ersten Ollie-Versuche von Muki Rüstig und Daniel Wesenjak am Klinik Double Set.


1998/99: Scandic Ledges

Schon in den frühen Neunzigern skatete man das kleine Curb und die drei Stufen vor dem "Scandic Crown" Hotel. Der Name des Hotel wechselte mehrmals über die Jahre, der Name des Spots blieb gleich. Mit der Zeit wanderten die Tricks von der Curb auf die doch recht hohen Ledges. Highlights dort waren Flip bs Tailslide von Maggo Mandl und sw Crooks von Manuel Margreiter. Heute gibt es die Ledges zwar noch, doch es ist wegen der an derselben Stelle errichteten Straßenbahnhaltestelle dort kaum noch Platz sie zu skaten . 


1998/99: ZIP6020 x 5 min of funky state

„Distinct personalities mingle to create“ – die ZIP6020 Crew bestand von jeher aus kreativen Köpfen. DJ-ing, Street Art, Mode und natürlich Skateboarding als alles verbindenden Aspekt. In diesen funky fünf Minuten werden die Street Spots anno 1998/99 ebenso bearbeitet wie der alljährlich im Sommer aufgestellte Skatepark im Eisstadion, die Rampen beim ersten Air + Style Skate beim Hafen und die damals einzigartige Ledge im Skatepark Lienz.

 

Fahrer: Markus Mandl, Moritz Anzelini, Benni Stadler, Thomas Moser, Nico Heigl, Robert Liebl, Torben Krüger (?), Armin Nemati, Daniel Wesenjak, Dominik Dietrich, Stefan Ebner


1998/99: DEZ Days

Das Einkaufszentrum (kurz DEZ) im Osten der Stadt war an den Wochenenden lange einer der Spots, wo man relativ ungestört skaten konnte (in den Neunzigern schlossen die Geschäfte noch samstags um 12.00 Uhr ihre Pforten). Rund um das Einkaufszentrum fanden sich Mannypads, Hindernisse und ein Wallride. Am interssantesten war aber das Stufenset und Gap an der Hinterseite des Gebäudes. Für die Anfahrt auf die Stufen startete man von einer Tür aus, hinter der sich direkt eine Zoohandlung befand. Es stank erbärmlich, für die Anfahrt musste man schnell anlaufen und einen Bogen fahren und man kam aus dem Dunkeln ins Helle. Umso besser fühlte sich dann aber jeder gestandene Trick an.


1998/99: Der "neue" Rapoldipark

Lange Zeit hatten sich Innsbrucks Skater "ordentliche" Obstacles anstatt der selbst gezimmerten oder aus losen Platten zurechtgelegten Rampen gewünscht. ende der Neunziger ging der Wunsch in Erfüllung, jedoch nach damals für Gemeinden typischem Muster: Die eigentlich gute Miniramp wurde ohne zu fragen verschrottet und an sich recht großzügige Obstacles in der damals typischen Metall-Plastik-Konstruktion wurden relativ wahllos auf der Fläche verteilt. Später wurden die Obstacles etwas besser angeordnet, es blieb aber bei einer Renovierung mit Bauchschmerzen - die Belagplatten schwangen und hatten wenig Pop, die Ledges hatten Copings und die Kanten der Pyramide waren mit Blechen versehen, die so manches Board gnadenlos aufgerissen haben, wenn man etwas zu spät los gepoppt ist. Das Video ist ein Rohschnitt aus vier Sessions. Mit dabei Maggo Auinger, Dave Mölk, Chrisse Vogelbauer, ein namenloser Gast, Nico Heigl, Stefan Ebner und Maggo Mandl.


1999: Ein Märchen ohne Happy End

1999 wurde in Seefeld für rund 200 Millionen Schilling (14,5 Millionen Euro) das PlayCastle, ein Erlebnis-Schloss mit Hochseilgarten, diversen Spielmöglichkeiten sowie Halfpipe, Miniramp-Bowl und kleinen Street Obstacles aus dem Boden gestampft. Die Möglichkeit ohne Ski-Unterwäsche und im Trockenen auch im Winter zu skaten, wurde nicht nur von den jungen Aktiven gern genutzt. Auch die „Alte Garde“ der Innsbrucker Skate Szene erwachte förmlich aus ihrem Dornröschenschlaf und traf sich regelmäßig zur gediegenen Session in dem Plastikschloss.

 

Die erwarteten 300.000 Besucher jährlich bleiben allerdings aus, uns so ging das Projekt bereits 2001 in Konkurs. Als statt Inline-Kindern Go-Karts begannen, auf der „Streetfläche“ ihre Runden zu drehen, war es auch in den Rampen kein Spaß mehr zu skaten – Russ und Gummiabrieb quälten nicht nur die Lungenflügel, sondern setzten sich auch als hauchdünne Gleitschicht auf den Belägen ab. Irgendwann drehte man den Betrieb endgültig ab, mit guten Kontakten und ein wenig Bestechung konnte man aber nach wie vor noch zu privaten Sessions in das Schloss einsteigen, bevor 2012 endgültig umgebaut und mit dem Gewicht auf Events ein Neustart versucht wurde.

© Chianti at German Wikipedia


1999: Tirol-TV über Innsbrucks Jugendkultur

Der Regionalsender TirolTV widmete einen längeren Beiträg den damals "trendigen" Jugendgruppen. Der Teil zur Skateboard Szene startet bei 12:27, aber für alle, die damals in Innsbruck jung waren, ist die gesamte Sendung nostalgisch wertvoll!

 


1999: FIRST - Skatepark wattens

1999: "First" - Skateboarding in Wattens

Skateboarding aus dem Skatepark Wattens, der mit den damals typischen, blauen Rampen aus Metallgerüst und Plastikbelag bestückt war. Aufgrund des Schuhwerks wohl 1999 herum. 

 

Fahrer: Martin Vogel, Simon Bauer und Stefan Lindenberger (letzterer hat uns dankenswerterweise dieses Stück Skate-Geschichte zugeschanzt, ersterer ist nach wie vor mit seiner "Skateboardschule Wattens" aktiv und vermittelt Kids die Freude am Skateboarding).


1999: Halfpipe Helden am Tivoli

1999 entschloss sich die Air & Style Company vom Snowboarden in den Skateboard Bereich vorzustoßen und lockte mit einem Preisgeld von 50.000 USD die damaligen Größen der Halfpipe Szene ins Innsbrucker Tivoli Stadion. Den Sieg holte sich Tony Hawk vor Lincoln Ueda, Andy MacDonald, Mathias Ringström und Sandro Dias. Vor Ort spielten live die Bloodhound Gang, Silverchair, Eins Zwo und Faithless.


2000: ZIP6020 x fam affair

Die Schauplätze des Geschehens, das sich irgendwann zwischen 1999 und 2000 abgespielt haben muss: Die legendären Ledges beim Landesgericht, die Scandic Ledges (heute Holiday Inn) und der  Skatepark im Rapoldipark.

 

Fahrer: Benni Stadler, Markus Mandl, Mike Seidl, Thomas Moser, Vince Tschaikner, Moritz Anzelini


Legends: Daniel Wesenjak

Daniel Wesenjak begann Mitte der Neunziger im Rapoldi Park mit dem Skaten und wurde rasend schnell irrsinnig gut. Mit seinem harten, kompromisslosen Style und ohne Angst vor Gaps und Stufen wurden bald auch Sponsoren auf ihn aufmerksam und 1998 erhielt er bereits ein Interview im damaligen Avenue Skateboard Magazin. Die Tricks dafür machte er allesamt an einem einzigen Wochenende. Zur österreichischen Legende wurde Daniel bei einer Session am Stufenset beim Wiener Rathaus. Jedoch nicht durch seinen gestandenen BS 180 oder den nur knapp verfehlten ersten Kickflip dort, sondern weil er bei seinen Bails die 14 Stufen hinunter einfach stehen blieb als wäre er einen Gehsteig hinuntergehüpft. Leider hatten wir ausgerechnet von Daniels Street Footage am wenigsten, aber hier ein Rough Cut von ihm rund um die Jahrtausendwende herum.


2000: Knights of Playcastle

Fahrer:  Mäd Winkler, Tom "Noodle" Recheis, Maggo Auinger, Seppi Berlinger, Dominik Dietrich, Moritz Anzelini, Roman Hackl, Rupert "Rübe" Maleczek, Ulli Hoschek, Georg Wanek, Fidi Kirchmair, Clemens Waibl, Andy Macdonald, Dave Mölk


2000: Alp Challenge

Wir sind wirklich stolz darauf, dass wir seit 2012 große, internationale Contests in Innsbruck auf die Beine stellen. Aber was sich im Sommer 2000 in Innsbruck abgespielt hat, daran konnten wir beim besten Willen noch nicht annähernd heran kommen. Die Jahrtausendwende war eine goldene Zeit für den Skateboardmarkt und damals erwirtschafteten nationale Vertriebe noch schöne Gewinne. So schöne Gewinne, dass ein Vertrieb mit Sitz in Innsbruck 1999 auf die Idee kam, einen mit internationalen Pros besetzten Contest hier zu veranstalten. 2000 ging man noch einen Schritt weiter, mietete die Innsbrucker Olympia Eishalle und hatte neben Street auch Halfpipe und Motocross im Programm.Die Tage um den Contest herum herrschte tatsächlich eine unglaubliche Atmosphäre in Innsbruck. Fahrer, die man nur aus Videos kannte, skateten plötzlich die Ledges beim Landesgericht oder Idole wir Rick McCrank pushten plötzlich auf der Straße an einem vorbei. So schön und motivierend der Event für die Skateszene war, so bitter war das Ende: Die Veranstalter hatten sich mit den Kosten maßlos übernommen, die zweite "Alp Challenge" blieb auch die letzte. Und gleichzeitig auch der letzte internationale Skate Event in Innsbruck für die nächsten 12 Jahre.

Alp Challenge ab 12:20


2001: The ZIP6020 Video

Irgendwann zur Jahrtausendwende sammelten ein paar Motivierte Videomaterial aus allen Ecken und Enden der Innsbrucker Szene zusammen und produzierten einen Edit, der sich sehen lassen konnte – und eigentlich immer noch kann!


2001: Avenue Skate Weekend

In den späten 90ern bis in die frühen Zweitausender gab es das Avenue Skateboard Magazine. Damals war tatsächlich noch Geld mit Werbekunden in Printmagazinen zu machen und man konnte sogar Skatecontests in verschiedenen Städten unter dem Titel "Avenue Skate Weekend" veranstalten. Hier zwei Videos vom Tour-Stopp beim Innsbrucker "Hafen". Im Video von zzapp TV Legenden wie Daniel Wesenjak, Reini Rietsch, Roman Astleitner, Oliver Gordon, Maggo Auinger und Michi Nadler. Im Video von unserem Vimeo-Kanal zusätzlich u.a. Muki Rüstig, Patrick Siebert, Patrick Havranek, Frederik Sahlus, Maggo Mandl, Martin Prugger, Chrisse Vogelbauer und Manuel Margreiter

 

Anekdote am Rande: Die gelb-schwarzen Jersey-Barriers aus dem zweiten Video fanden auf wundersame Weise ihren Weg nach Wien und standen dort einige Jahre im Skatepark Längenfeldgasse. 


2002: Tyrolean Styles

Die Skateszene im Tiroler Unterland war bereits in den Neunzigern eine sehr aktive, mit Skateparks am Kufsteiner Eislaufplatz, dem Wörgler Skatepark oder auch dem Skatepark in Brixlegg. Mit dem Bau des Cradle Skatepark 2001 kam nochmals mehr Schwung in die Szene, welcher der Großteil des Footage dieses Filmprojektes gewidmet ist. Aber auch Fahrer aus dem Raum Innsbruck sowie Größen der nationalen und internationalen Szene dieser Zeit haben Gastauftritte.


2004: "Da Street Skills of Innsbrooklyn"

Street Footage von legendären Spots wie „Gericht“ oder „Scandic“ (von Scandic Crown Hotel, das damals aber wohl auch schon nicht mehr so hieß) sowie den leider sehr kurzlebigen Ledges beim neuen Tivolistadion, bevor zugunsten der Europameisterschaft nochmals umgebaut wurde. Außerdem viel Material aus dem Haller Skatepark „Park In“ und den dortigen „Kurhaus Stiegen“. Musikalische Untermalung unter anderem von Wisdom & Slime, die beide der Skateszene aus Innsbruck und Hall entstammen und der lokalen Crossoverband BC76 – ebenfalls mit Skateboarder-Beteiligung.  

 

Fahrer: Markus Mandl, Moritz Anzelini, Patrick Zingerle, Norbert Weitenbacher, Daniel Wesenjak, Vincent Tschaikner, Matti Prugger, Manuel Margreiter, Dominik Dietrich, Martin Prugger, Chrisse Vogelbauer


2005: How to build a skatepark - not!

Der Rapoldipark, den sich der damalige Innsbrucker Skateboard Verein Mitte der Neunziger erkämpft hatte, war über die Jahre vom Parkplatz mit Obstacles Marke Eigenbau zum Skatepark mit den für die späten Neunziger typischen und damals auch zeitgemäßen blauen Plastikrampen mutiert. 2005 sollten diese einem modernen Skatepark weichen. Die Legende will es haben, dass über Kontakte in der Skateszene auch tatsächlich Kostenvoranschläge und Skizzen von IOU Ramps, dem damaligen Goldstandard in Sachen Rampenbau eingeholt worden waren. Der Auftrag soll dann aber angeblich an eine Liftbaufirma aus Tirol gegangen sein, die zwar die Formen der IOU-Skizzen nachgeahmt hat, jedoch in völlig falscher Dimensionierung. Wer den Skatepark je in Natura erlebt hat, glaubt diese Geschichte gut und gerne. Die damals zuständigen Entscheidungsträger konnten sich dabei höchstens einer Sache rühmen: Ein Paradebeispiel für Geldverschwendung geliefert zu haben.


2005: Manu`s Puzzle part

2005: Manu`s Puzzle Part

Manuel Margreiter war lange Zeit einer der international bekanntesten Skater aus Tirol - und das zurecht, wie sein Part im Puzzle Video Magazine von 2005 zeigt.


2006 - "Push Along"

Das Erstlingswerk von Filmer Niki Waltl wartet mit längeren Parts von Roman "Romi" Erhart, David "Dave the brave" Margreiter, Robert Klausner, Helmut "Hell" Scharler und Ralf Edlinger auf. Auch Manuel Margreiter, Reini Ritsch, Martin und Matti Prugger, Chrisse Vogelbauer, Vincent Tschaikner, Norbert Weitenbacher und viele andere kommen mit kurzen Parts oder Tricks vor.

 

Legendäre Innsbrucker Spots im Video sind unter anderem die Scandic Ledges, der damals noch recht neue Sparkassenplatz und eine unglaubliche Bank mitten in der Stadt, die aber nicht lange gab.

 

Gefilmt wurde gesamt ca. 2 Jahre. Roman Erhart stieß später dazu und filmte nur einige Monate für das Video. Manuel Margreiter filmte sein Footage überhaupt nur innerhalb einer Woche. Premiere war in der "Kunstpause" im Landesmuseum. Dort wurde eine odentliche Sause gefeiert, die auch vom kulturellen und nicht-skatenden Publikum geduldet und sogar gutgeheißen wurde.


2009: "Framed" 

Für sein zweites Videoprojekt hielt Niki Waltl die Kamera wieder auf seine Homies Ralf Edlinger und Robert Klausner sowie Roman Erhart. Diesmal filmte auch Manuel Margreiter einen ganzen Part, neu dazu stieß mit Dominik Dietrich einer der wenigen österreichischen, professionellen Skater. Kürzere Auftritte haben David Margreiter und Martin Prugger. Außerdem ist auch der Friends-Part sehenswert und international besetzt.

 

Extra hervorzuheben ist an dieser Stelle Innsbruck-OG Norbert Weitenbacher, der den ersten Part des Videos hat und darin praktisch alle damals bekannten und weniger bekannten Spots zwischen Innsbruck und Hall (und natürlich einige andere mehr) zerlegt. Darunter einige NBDs ("never been done" weder zuvor als auch nicht später nochmal nachgemacht):

  • Fs-5-0 auf dem Sillpark-Rail (hoch, Landung in eine Schräge mit gruseligem Asphalt)
  • Nollie-Heelflip-Noseslide an der Stadtcafe-Hubba (hoch, lang und Landung in einen Gegenhang)
  • Flip Back-Lip auf einem Brusthohen Holzrail mit abschüssiger Anfahrt
  • sein schon legendärer fs-Boardslide am damals nagelneuen 18er Rail bei der Uni
  • und Bs 180 am Klinik Double-Set

2001: Back to the roots

Nachdem sich im Frühjahr 2011 die Baustelle am Landhausplatz der Fertigstellung näherte, nahmen Skater und Skaterinnen den Platz, auf dem seit den frühen Neunzigern Skate-Verbot herrschte, kurzerhand wieder in Beschlag. Als das Gerücht die Runde machte, das Land Tirol könnte das Skaten erneut verbieten, formierte sich online schnell breiter Widerstand weit über die Skateszene hinaus. Das Land beteuerte, ein Verbot sei nie angedacht gewesen, jedoch müsse es Regeln für das Skaten geben. Einzelne Privatpersonen vereinbarten einen Kompromiss mit dem Landhaus. Dieser wurde aber mit der Zeit einseitig aufgeweicht - zu verlockend waren die Kanten des Befreiungsdenkmals und des Eingangsbereichs. Erlaubt blieb das Skaten dennoch - vielleicht weil die Skateszene den Löwenanteil an der Belebung des Platzes hatte, die man durch den Umbau ursprünglich erreichen wollte. Aktuell ist die Diskussion um die Nutzung des Landhausplatzes erneut entbrannt, wurde jedoch durch die Corona-Krise unterbrochen. 


2011: endlich alles richtig gemacht

2011: Endlich alles richtig gemacht

Das Jahr 2011 markierte einen Meilenstein in der Skateboardgeschichte Innsbrucks. Nachdem mit dem neuen Landhausplatz quasi "aus Versehen" ein Skateboard-Paradies mitten in der Stadt entstanden war und durch Verhandlungen einzelner Gründungsmitglieder des Skateboard Club Innsbruck das Skaten dort erlaubt wurde, folgte am 17.Dezember der nächste Paukenschlag: Die mit 2000 Quadratmetern größte Skatehalle in Österreich und dem näherem Ausland öffnete ihre Pforten. Vorausgegangen waren Monate der Planung und Verhandlungen, in denen Gründungsmitglieder unseres Vereins in Zusammenarbeit mit dem BMX-Verein RipBMX und Mitarbeitern der Stadt Innsbruck die Halle konzipierten. Die WUB Halle (heute: Skatehalle Innsbruck) kam bei den NutzerInnen super an und trug maßgeblich dazu bei, dass die Szene in Innsbruck enorm wuchs und Innsbruck auch international bekannter in Sachen Skateboarding wurde.

 

Kamera/Edit: Matthias Reich


2012: Der Beinahe-Weltrekord

Während des zweiten "Annual WUB Open" Skatecontests am 13.April 2013 wäre in Innsbruck fast Skateboard Geschichte geschrieben worden: Beim Highest Ollie segelte der Kärntner Bernd Trattnig über eine Höhe von 115,2 cm / 45.35 inches (113 cm plus 2,2 cm Messlatte) - der offizielle Weltrekord laut Guiness Book liegt auch heute noch bei 114.3 cm/ 45 inches, aufgestellt von Aldrin Garcia in las Vegas 2011. Spencer Barton übersprang 2018 115,6 cm/ 15,5 inches, aber offensichtlich ebenfalls nicht "offiziell". In jedem Fall war es unglaublich, das live zu sehen und auch im Video schaut es fast wie Zauberei aus.

 


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